Gefällt mir nicht.

Für die aktuelle Ausgabe der Politik & Kommunikation habe ich mir den Frust über orientierungslose Kommunikation im Wahljahr von der Seele geschrieben. Egal wohin das Auge reicht: Auf den Social Media Accounts der SpitzenkandidatInnen dominieren Zitatkacheln, Einfallslosigkeit und die komplette Abwesenheit jeglicher Inspiration.

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Gefällt mir nicht.

Political Influencers: Oberpfalz-Edition

Gemeinsam mit Sebastian Böhm von Oberpfalz Medien habe ich mir einmal die Social Media Arbeit der oberpfälzischen Politikerinnen und Politiker angeschaut. Zum Auftakt des Superwahljahres ging es darum, die Instagram– und Facebook-Nutzung der SpitzenpolitikerInnen von CSU und SPD unter die Lupe zu nehmen und einzuordnen.
Wer nutzt welche Plattform und wie erfolgsversprechend erscheint die jeweilige Nutzung von Social Media? Das habe ich natürlich gern gemacht. Wer also schon immer mal wissen wollte, was Landrat Thomas Eberling (CSU) zum Rocker und Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch (SPD) zum Retter macht, findet hier die Abzüge der Artikel:

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Political Influencers: Oberpfalz-Edition

Schlussspurt nach Mainz

TV Duell am 5. März 2021. Bild: Screenshot SWR Aufzeichnung

Die Kampagnen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg stehen zu Beginn des Wahljahres besonders im Fokus. Wie kann unter Pandemie-Bedingungen ein weitestgehend digitaler Wahlkampf aussehen und vor allem gelingen? Nach der Beobachtung des TV-Duells in Rheinland-Pfalz und dessen Verlängerung in Social Media ziehe ich ein eher nüchternes Fazit: Für das Wahljahr 2021 ist das, was beide Kampagnen-Teams digital veranstalten, einfach zu wenig.

Wir haben uns am Freitag das TV Duell der beiden Spitzenkandidaten in Rheinland-Pfalz genauer angesehen. Den Fragen von Moderator und SWR-Chefredakteur Fritz Frey stellten sich der Herausforderer Christian Baldauf (CDU) sowie die amtierende Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD). Die Situation in Rheinland-Pfalz ist sechs Tage vor der Wahl wie folgt: Seit Juni 2018 lag die Union in Umfragen vor der SPD. Jüngste Zahlen von Infratest Dimap und der Forschungsgruppe Wahlen sehen die SPD wiederholt vor der Union. Ob das schon eine Trendumkehr ist, ist schwer zu sagen. Sicher ist jedoch, dass bei einer so knapp prognostizierten Wahl die Aktivierung und Mobilisierung in der Schlussphase das Gesamtergebnis spürbar beeinflussen kann.
Grund genug also, einmal genauer hinzuschauen, wie beide Kampagnen das mediale Ereignis “TV-Duell” aufgreifen und ob die KandidatInnen am Wahlabend substanziell neue UnterstützerInnen via Social Media aktivieren können.

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Schlussspurt nach Mainz

Ikonographie und Markenbildung in der Politik

Dieses Bild von Christian Lindner ist ein Screenshot aus dem FDP Wahlspot zur NRW Landtagswahl 2017. Die damalige Agentur Heimat entschied sich für eine stramme Personalisierungsstrategie. Volle Zuspitzung auf den Kandidaten. Zu den damaligen Kommentaren ist eigentlich alles gesagt:

“Lindner geiler Typ aber keine Inhalte.”
“Hauptsache Unterhemd”
Bla. Bla. Bla.

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Ikonographie und Markenbildung in der Politik

Dabei sein ist alles?

Für die aktuelle Ausgabe der Politik & Kommunikation habe ich in mein Instagram-Monitoring angeschmissen und die kommunikative Arbeit der MinisterpräsidentInnen in Deutschland in der Corona-Krise analysiert.

Es geht im weitesten Sinne um Instagram, viel mehr jedoch um politische Markenbildung und die Frage, ob wir politische Kommunikation nicht stärker entlang eines Funnel-Ansatzes denken müssen.

Mein Take: In kaum einem anderen Format kann sich Politik so ungestört inszenieren und selbst erfinden wie bei Instagram. Was die Inszenierung bei Instagram folglich für politische Kampagnen bedeutet und welche Funktion Instagram im PR-Mix einnimmt findet ihr in politik&kommunikation Nr. 131, Heft II/2020.

Der Artikel steht ausserdem hier als PDF zum Download bereit:

Dabei sein ist alles?

Podcast: Was macht Stephan Weil auf Instagram?

Screenshot Instagram Profil Stephan Weil (@stephan.weil)

Seit gut drei Wochen läuft das P&I Performance-Monitoring der auf Instagram vertretenen MinisterpräsidentInnen. Es zeigt sich doch ein sehr vielseitiges Bild dahingehend, ob und wie die Regierungschefs mit dem Kanal in Krisenzeiten arbeiten. Grund genug also, ein erstes Zwischenfazit zu ziehen.

In einer guten halben Stunde haben Martin Brüning vom Rundblick Niedersachsen und ich über Instagram und politische Kommunikation gesprochen. Es ging dabei nicht nur um das Monitoring, sondern auch um grundsätzliche Fragen zu Personalisierung, Self-Marketing und politischer Kommunikation. Der Podcast ist hier bei Spotify hinterlegt oder unter folgendem Link bei Soundcloud.

Podcast: Was macht Stephan Weil auf Instagram?

Bleiben oder gehen?

Die #Maskenpflicht: Ein Thema, wie geschaffen für die visuelle Regierungskommunikation

Instagram ist in Krisenzeiten ein wirkmächtiges Tool in der Regierungskommunikation. Seit knapp einer Woche läuft das P&I Performance Monitoring der Instagram-Accounts deutscher MinisterpräsidentInnen. Nach ersten Beobachtungen zeichnen sich drei Gruppen ab:

1) Die progressiven Anwender:
Regelmäßige Posts, handwerklich gute Umsetzung, klares Narrativ. Belohnt werden diese Accounts mit relativ stabilem Wachstum und Engagement.

2) Die Inbetweeners:
Nicht wirklich groß, nicht wirklich klein. Und das nicht nur im Bezug auf die Follower. Diese Profile schwanken stark in der Nutzungsintensität und senden folglich eine ungenaue Botschaft an potentielle Follower. Lohnt sich die Beschäftigung mit dem Content, wenn nur unregelmäßig und handwerklich schlampig geliefert wird? Die Folge ist logisch wie problematisch: Schwankendes Wachstum, schwankendes Engagement und daraus resultierend eine unklare Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Kanalpflege.

3) Die Schläfer:
Hier passiert weitestgehend gar nichts. Warum der Account gepflegt wird, wissen die verantwortlichen Teams wahrscheinlich selbst auch nicht so genau. Zumindest liegt dieser Verdacht nahe, wenn der Account eines Landesregierungschefs sichtbar brach liegt. In Krisenzeiten ein unschönes Signal was die Frage nahelegt: Bleiben oder gehen? Potentielle Follower entscheiden dies entsprechend sichtbar.

More to come!

#politicalinfluencers

Bleiben oder gehen?

Pressekonferenz Corona-Pandemie. Angela Merkel im Wortlaut

FOTO: MICHAEL KAPPELER/DPA-POOL/DPA

Gemeinsam mit den Bundesfinanzminister Olaf Scholz, sowie den Regierungschefs der Länder Hamburg und Bayern, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel soeben eine Pressekonferenz über etwaige Lockerungen der Corona-Maßnahmen abgehalten. Der Beschluss über die Beschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der COVID19-Epidemie ist auf der Website der Bundesregierung verfügbar.

Ich habe erneut die Ansprache der Kanzlerin transkribiert bzw. dies via Google Docs Voice-Typing begleitet durchgeführt. Sozusagen supervised machine learning für Anfänger. Es ist wirklich bemerkenswert, wie gut dieses Tool inzwischen funktioniert, und auch mit Dialekten und vielen Artefakten wörtlicher Rede zurecht kommt. Nur Satzzeichen scheinen noch ein Thema zu sein. Der Text ist weitestgehend unbearbeitet und entspricht dem Wortlaut. Leider gab es im Verlauf der Ausführung von Markus Söder einige Aussetzer, weshalb heute nur die Rede der Bundeskanzlerin verfügbar ist.

Das gesprochene Wort ist hier im zum Download verfügbar.

Pressekonferenz Corona-Pandemie. Angela Merkel im Wortlaut

P&I Podcast jetzt bei Spotify

Die aktuellen Zeit des Stillstandes ist Gift für verstaubte To-Do Listen. Schon lange wollte ich den P&I Podcast auf eine etwas zeitgemäßere Plattform überführen, um die Inhalte leichter zugänglich zu machen. Seit gestern sind nun alle drei Folgen aus dem Herbst/Winter 2019 nun bei Spotify abrufbar, siehe Link anbei. Wäre ja also eigentlich Zeit, mal etwas neues aufzunehmen…

P&I Podcast jetzt bei Spotify

Transkript Ansprache Angela Merkel

Gestern hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Ansprache zur Bewältigung der Corona-Krise gehalten. Dieser Vorgang ist in der Amtszeit Merkels bisher einmalig und verdeutlicht zwei Dinge. Ersten, wie ernst die Lage angesichts der sich rasch ausbreitenden Corona-Pandemie ist, und zweitens, wie wichtig eine klare Sprache und Kommunikation für die Vermittlung von politischem Handeln sind.

“Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit zuallererst an alle wenden die als Ärzte oder Ärztin im Pflegedienst oder in einer sonstigen Funktion in unseren Krankenhäusern und überhaupt im Gesundheitswesen arbeiten. Sie stehen für uns in diesem Kampf in der vordersten Linie.”

Die Kanzlerin verzichtet dabei auf martialische Kriegs-Rhetorik wie sie jüngst Emmanuel Macron und andere Regierungschefs bemühten. Deutlich wird dies im obigen Zitat: Ärztinnen und Ärzte kämpfen nicht an vorderster Front, sondern stehen in vorderster Linie. An der Wirkung der Rede ändert dies nichts, im Gegenteil: Hier präsentiert sich eine Kanzlerin im Krisen-Modus die Worte mit Bedacht wählt und entschlossenes Handeln beschreibt, ohne alarmistisch zu wirken.

“Wir werden als Regierung stets neu prüfen was sich wieder korrigieren lässt aber auch was wohlmöglich noch nötig ist dies ist eine dynamische Situation und wir werden in ihr lernfähig bleiben um jederzeit umdenken und mit anderen Instrumenten reagieren zu können. Auch das werden wir dann erklären.

Der in meinen Augen wichtigste Satz der Rede fällt kurz vor dem Ende. Er verdeutlicht, unter welcher Maxime Regierungshandeln in Zeiten der Krise steht, nämlich die Lage mit der gebotenen Dynamik stets neu zu sondieren und die getroffenen Gegenmaßnahmen anzupassen. Gleichzeitig bittet die Kanzlerin durch das Versprechen einer fortlaufenden Aufklärung über notwendige Maßnahmen vorausgreifend um Verständnis für weitere Einschränkungen, sollten diese notwendig sein.

Für weitere Analysen habe ich den Wortlaut der Rede transkribiert. Der Text steht hier zum Download als PDF. Eine RTF-Datei sende ich gern auf Anfrage zu.

PS: Das PDF verzichtet auf jegliche Kommata. Ggf. ist das ja etwas fürs Home-Schooling. Grüße an die Lehrer-Bubble.

Transkript Ansprache Angela Merkel